Treser Club

Der TreserAudi 100

Von altem Mief und neuen Ufern


Zum Vergrößern anklicken Versetzen wir uns zurück in das Jahr 1976, das Jahr, in dem Walter Treser nach Ingolstadt kommt. Audi heißt noch Audi NSU Auto Union AG und der stärkste Audi hat 136 PS.
Zum Vergrößern anklicken Man kämpft noch sehr mit den verschiedenen Hinterlassenschaften von NSU, DKW und Daimler Benz. - Ja, auch Mercedes hatte die Auto Union kurz besessen, aber bald an Volkswagen weiter verkauft. Es riecht noch überall nach Prinzen, Wankel, den Zweitaktern und auch der Mitteldruckmotor kann nur wenig zum Erfolg der Marke beitragen.
VW mischt damals noch stark mit und es ist lange nicht klar, ob man Audi in Zukunft zum Massenhersteller gegen Opel positionieren soll oder besser in Richtung ‚Premium‘ und Mercedes. Positiv für junge Ingenieure ist lediglich die Erwartung, dass sich hier etwas bewegen muss und dass sich dadurch Gestaltungsspielräume ergeben würden. Walter Treser nennt für seine Entscheidung, zu Audi zu wechseln, vor allem die Tatsache, dass Ferdinand Piëch die Entwicklung leitet.„Er war zwar noch nicht im Vorstand, aber er hatte bereits den Ruf des innovativen Querdenkers, so dass ich überzeugt war, mit ihm zusammen einiges bewegen zu können.

Mit dem quattro kommt der Wandel

Zum Vergrößern anklicken Wir wissen heute, was daraus wurde: In rascher Folge entstehen der quattro, der Audi 200, der Turbomotor und der neue Audi 100 wird die aerodynamischste Serienlimousine der Welt. Der cw-Wert von nur 0,29 ist Rekord. Aber der Preis ist neben starker Innenraumaufheizung durch die stark geneigten Scheiben vor allem eine sehr glattflächige und wenig ausdrucksstarke Karosserieform. Als dann 1982 die Walter Treser GmbH – Automobiltechnik und Design in Hofstetten bei Ingolstadt den Anspruch erhebt, den Audi Fahrzeugen mehr Faszination zu geben, ist der Audi 100 eines der ersten Ziele. Es gilt, aus diesem interessanten, aber biederen Alltagsauto ein für Enthusiasten begehrenswertes Automobil zu machen.
Zum Vergrößern anklicken Treser selbst hat bereits den Plan, einen eigenständigen „Tuningbaukasten“ zu entwickeln. Er besteht aus hochwertigen Komponenten, die hohe Funktionalität und eigenständiges Design verbindet. Vor allem aber zeichnet sie originelle Unverwechselbarkeit aus. So werden die erstmals am TreserAudi quattro gezeigten Turboräder auch für den Audi 100 angepasst. Zum Vergrößern anklicken Typisch für die Treser Turboräder sind vor allem die turbinenartigen Schaufeln, die an der Innenseite der Felgen angebracht sind, um die Kühlung der Bremsen zu verbessern. Das führt zwangsläufig zu speziellen Felgen für die linke und rechte Fahrzeugseite, was für zusätzliche Eigenständigkeit und Exklusivität der Räder sorgt. Dazu kommt, dass Treser ausschließlich Michelin TRX Reifen verwendet. Dieser Hochleistungsreifen verlangt Felgen in Millimetergrößen, statt der sonst üblichen Zoll-Abmessungen. Das ergibt für den Audi 100 die ungewöhnlichen Größen 165 TR 365 für die Felge und für die Reifen 220/55 VR 365 TRX und entspricht in konventioneller Bezeichnung etwa 6 1/2 x 14 1/2 ‘‘.

Treser schafft Eigenständigkeit

Zum Vergrößern anklicken Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Fahrwerk. Der Serienwagen ist damals betont komfortabel abgestimmt, und so gibt es viel Spielraum, den Wagen tiefer zu legen und mit neuen Feder- und Dämpferkennungen dem Fahrzeug eine sportliche Note zu verleihen.
Das wirklich Markante am TreserAudi 100 aber sind die neu gestalteten Front- und Heckschürzen sowie der in Wagenfarbe lackierte Heckspoiler. Sie sind auffällig und provokant gestaltet, denn es gilt dem biederen Image des Serienwagens deutlich entgegenzuwirken. „Mir war von Anfang an klar, dass wir im Design provozieren müssen, um Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, der Presse und bei den Händlern zu erzielen. Ein getunter Audi – das war damals etwas ganz Besonderes“ sagt Treser heute noch begeistert.

Zum Vergrößern anklicken Zum Vergrößern anklicken Die Firma bietet auch ein Leistungspaket auf 160 PS. Mit Zusatzölkühler und einem speziell angepassten 5.Gang erreicht der Wagen die beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Ein solcher TreserAudi 100 ist für die damals noch keineswegs Tuning-verwöhnte Audi Kundschaft ein echtes Überraschungsangebot. Entsprechend zwiespältig sind die Reaktionen: Die Presse und viele progressive VAG-Händler reagierten sehr positiv, viele sparsame Audi Fahrer sind nach wie vor skeptisch.
Da Treser die Komponenten auch einzeln anbietet, entwickelt sich rasch ein florierender Handel mit exclusiven Teilen und viele Audi Fahrer haben bald den braven Audi 100 in ihren ganz persönlichen TreserAudi verwandelt.



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